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Nov
Ein Prolet erzählt vom Ersten Weltkrieg
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19:30 bis 21:00
22.11.18

Ludwig Turek

Ein Prolet erzählt vom Ersten Weltkrieg

Lesung mit Andreas Weißert

Mit ebenso viel Witz wie Drastik erzählt Ludwig Turek (1898–1975) von seinen turbulenten Erlebnissen im Jahr 1918. Aus den erbärmlichen Verhältnissen eines Hilfsarbeiters in die Armee gezwungen, türmt Turek immer wieder aus unzumutbaren Verhältnissen, an der im Schlamm versinkenden Westfront ebenso wie auf Kasernenplätzen im Osten. Die stumpfsinnige Hörigkeit der Truppe wird ebenso karikiert wie die realitätsferne Siegesgewissheit der Generäle. Turek wandert im längst zermürbten Deutschland mit fiktiven Biografien ungeniert umher. Übereifrige Polizisten und liebeshungrige Strohwitwen sind offensichtlich sein größtes Problem. Während die meisten in diesen Wirren scheinbar nur noch dem eigenen Hunger verpflichtet sind, spürt Turek ganz deutlich: die Revolution des Proletariats ist nicht mehr fern.

»Warum habe ich geschrieben? Erinnerungen gibt es doch schon mehr als Pfennige in der Mark. Aber ihre Verfasser sind Generäle, Könige, Kapitalgewaltige, Staatsmänner oder Abenteurer. Sie reden nicht von dem ungeheuren Druck, worin der Prolet, verachtet von den Nutznießern seines Fleißes, sein Leben verbringt.«
Aus dem Vorwort

Andreas Weißert besuchte das Wiener Max Reinhardt Seminar. Seine erste Station als Schauspieler war das Staatstheater Stuttgart. Sein Regiedebüt gab Weißert am Zimmertheater Tübingen. Von 1975 bis 1980 war er Oberspielleiter des Schauspiels Dortmund. Als Schauspieler war Weißert unter anderem in Wiesbaden, Basel, Zürich, Wien und Düsseldorf engagiert. Heute lebt er als freier Schauspieler in Dortmund.

In Kooperation mit dem Fritz-Hüser-Institut

Eintritt frei