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Nov
Literatur­geschichte des Ruhrgebiets
0,00
19:30 bis 21:00
23.11.18

„Das Ruhrgebiet, das wäre ein eigener Roman.“
(Wolf Haas)

Eine Literaturgeschichte des Ruhrgebiets für die Zeit nach 1960

Die Geschichte der Ruhrgebietsliteratur seit 1960 wird seit nunmehr beinahe vier Jahren in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekt an der Universität Duisburg-Essen vermessen. Dabei hat das Forschungsteam – bestehend aus den beiden Professoren Rolf Parr und Werner Jung sowie den beiden wissenschaftlichen Mitarbeitern Britta Caspers und Dirk Hallenberger – ein Konzept entwickelt, in dem auf das Ruhrgebiet Bezug nehmende literarische Zeugnisse unterschiedlichster Ästhetik und literarischer Verfahren in ihrer thematisch-diskursiven Verflechtung beleuchtet werden. Die Relevanz, die ein literarisches Werk also für den ‚Kulturraum‘ Ruhrgebiet entfaltet, wird somit allererst aus diversen Rezeptionszeugnissen erarbeitet. Auf diese Weise werden Bezüge zwischen literarischen Positionen sichtbar, die Aufschluss über Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ruhrgebiet geben. Neben der ›klassischen‹, auf die industrielle Arbeitswelt bezogenen Literatur des Ruhrgebiets (›Dortmunder Gruppe 61‹, ›Werkkreis Literatur der Arbeitswelt‹) wird die Vielfalt der Positionen einer ruhrgebietsbezogenen Gegenwartsliteratur aufgezeigt. So erscheint die Ruhrregion als Handlungsort von Kriminalgeschichten, als Gegenstand literarischen Erinnerns und kabarettistischer Darstellungen und in spezifisch interkultureller Perspektive. Die literarischen Reaktionen im zeitlichen Kontext des Kulturhauptstadtjahres 2010 schließlich konturieren das Ruhrgebiet als kulturell-sozialen Raum, der immer wieder neu und anders akzentuiert wird.

Im Rahmen der Veranstaltung soll das Spektrum ruhrgebietsbezogener Literatur sowohl in historischer Perspektive als auch im aktuellen Querschnitt vorgestellt werden. Die Präsentation von Forschungsresultaten wird durch die Lesung ausgewählter Texte und Textpassagen bekannter und weniger bekannter Autoren und Autorinnen ergänzt. Vorgetragen werden die Texte von Luzia Ernst, Studentin der Germanistik und Musik an der Universität Duisburg-Essen und der Folkwang Universität.

 

Eine Veranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts und der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit dem Literaturhaus Dortmund.

Eintritt: frei
Einlass: 19:00 Uhr