Die Morgendämmerung der Worte

„Die Morgendämmerung der Worte“

Moderner Poesie-Atlas der Roma und Sinti

Die Morgendämmerung der Worte beim Djelem Djelem 6. Dortmunder Roma Kulturfestival

Lesung und Gespräch – Daniel Berger liest aus „Die Morgendämmerung der Worte“

Mit musikalischer Begleitung von Lukan & Eduard Amar

Das nomadische Leben, soziale Vorurteile und Ausgrenzung, Naturverbundenheit und Sinnlichkeit, Spuren anderer Texte von Ramayana bis Rilke, surreale poetische Bilder und schmerzvolle Erinnerungen an Porajmos und die Verfolgung der Roma und Sinti
durch NS-Deutschland sind nur einige der zahlreichen Topoi in den Texten (Die Andere Bibliothek, 2018). Was die Vielfalt an Motiven und Stimmen verbindet, ist eine Melancholie von äußerster Schönheit und eine Unmittelbarkeit der Sprache, die auch in den Nachdichtungen erhalten bleibt – dank der Übersetzer*innen, die Gedichte aus 21 Sprachen und Dialekten ins Deutsche übertragen haben. Dieser einzigartige Poesie-Atlas der Roma und Sinti ist der Ertrag einer jahrelangen Suche von Ulrich Janetzki und Wilfried Ihrig in den Antiquariaten und Bibliotheken Europas und das Ergebnis ihrer Quellenforschung. Durch diese Sammlung leisten Janetzki und Ihrig einen wertvollen Beitrag zur Kartographierung einer modernen und facettenreichen, aber bisher (zu Unrecht) unbeachteten Lyrik.

Eintritt: frei

Förderer & Veranstalter: Kulturbüro, literaturhaus.dortmund

 

Zum 6. Mal zeigt das Festival „Djelem Djelem“ die vielfaltigen Roma-Kulturen in Dortmund.
Das Festival „Djelem Djelem“ setzt ein deutliches Zeichen gegen jahrhundertealte Vorurteile, gegen Antiziganismus und neu belebte Feindbilder. Es wirbt für ein unverkrampftes Miteinander und den kulturellen Austausch. Mit Musik, Theater, Film und Tanz, Diskussionen und selbstverständlich auch mit einer Lesung aus der Morgendämmerung der Worte, vorgetragen von Daniel Berger.

Gedichte aus aller Welt versammelt von Wilfried Ihrig und Ulrich Janetzki

Die Lyrik der Roma und Sinti aus aller Welt. Eine Literatur »weit verstreut publiziert und bis heute nahezu unbekannt« — Karl-Markus Gauß

Es ist der Ertrag einer jahrelangen Suche in den Antiquariaten und Bibliotheken Europas, das Ergebnis einer literaturwissenschaftlichen Forschung an den Quellen: Die Poesie der Roma und Sinti, Lovara, Kalderasch, Gitanos, Gypsies, Travellers oder Jenischen. Nie zuvor wurde die Vielfalt einer schwer zu fassenden Literatur so umfassend dargestellt. Die Anthologie nimmt nicht nur jene lyrischen Selbstzeugnisse auf, die in einer der Varianten von Romanes oder Romani verfasst worden sind, sondern auch Gedichte, die aus etwa 20 Sprachen ins Deutsche übertragen wurden, viele davon zum ersten Mal.

Fern von jeder Reisewagen-Folklore und »Zigeuner«-Romantik, aber auch ohne den Versuch, eine Leidensgeschichte zu schreiben, kommen hier die Stimmen unterschiedlichster Poeten zu Wort, die vor allem die Zugehörigkeit zu der größten europäischen Minderheit teilen. Ihre Gedichte erzählen Geschichten von Vertreibung, Ankommen und Melancholie, Sehnsucht und Heimweh, sie erzählen – häufig voller Komik – über die Unwegsamkeiten des Alltags, von den Labyrinthen der Bürokratie, von Ablehnung, Angst und Hass, es sind Verse über die Natur, über Pferde, Sterne und natürlich die Liebe.

Der Band versammelt über 250 Gedichte von rund 100 Autorinnen und Autoren, u.a. von Marianne Rosenberg, Philomena Franz, Dotschy Reinhardt, Charlie Chaplin, Henry Lawson, Samuel Mágó, Ceija Stojka, Ilija Jovanović, Mariella Mehr, Jean-Marie Kerwich, Alexandre Romanes, Károly Bari, Karol Parno Gierliński, Margita Reiznerová, Delia Grigore, Valdemar Kalinin, José Heredia Maya, David Morley, Rajko Djuric und Santino Spinelli.

»Fernab jeder Opferrolle erheben Autorinnen und Autoren ihre Stimme gegen Antiziganismus und lassen den Leser an ihrer Kultur teilhaben. Lassen Sie sich auf diese Reise ein und folgen Sie den Gedichten in eine Welt voller Freude und Trauer, voller Lieder und Sehnsucht nach einem Ankommen. Und es wird Sie vielleicht überraschen, den einen oder anderen Namen unter den Autoren und Autorinnen zu entdecken. Selbst ich war überrascht, als ich las, dass Gheorghe Zamfir, der australische Nationaldichter Henry Lawson und der große Charlie Chaplin einen Sinti oder Roma Hintergrund hatten.« – aus dem Vorwort von Dotschy Reinhardt.

Weitere Infos unter: Die Andere Bibliothek

Datum

17.Sep.2019

Uhrzeit

19:00 - 21:00
Kategorie