Das Schwierige zur Sprache bringen

Jacqueline Thör und Monika Littau

Dass Dichtung sich intensiv, aber ohne klischeehaftes Klagen mit schwierigen Lebenssituationen auseinandersetzen kann, zeigen Jacqueline Thör und Monika Littau. Im bemerkenswerten lyrischen Debüt »obwohl sich eure gesichter fast berühren« von Thör durchbricht der persönlichste Bereich das Schweigen und das allzu oft schamhaft Verschwiegene. Zwei Stimmen reden hier miteinander, widersprechen und ergänzen sich zugleich. Thörs Gedichte zeigen einen Kampf vom Leisen ins Laute, vom Dunkel ins Licht, ein pandemisches Tagebuch, das wie ein Kaleidoskop herumwirbelt: manisch, rhythmisch, dann wieder traurig und schlicht. Auch Monika Littau thematisiert Angst, Sterben und Tod. »Hauptsache oben Licht«, sagt der Vater, als die Nachbarin dement wird, und die Mutter nickt. Doch dann zieht die Furcht das Befürchtete nach sich: Geschichten springen aus dem Zeitgefüge, Bruchstücke blitzen plötzlich auf, rücken auf den Leib. Dinge sind nicht mehr an ihrem Platz oder werden funktionslos. Inmitten der täglichen Veränderungen wächst die Sehnsucht der Eltern nach einem Zuhause. Aber wo ist dieser Ort? Und wie kommt man dorthin? In verknappter, lyrischer Prosa erzählt Littau von Gefühlen, die umso stärker werden, je mehr die Vernunft einschläft; Gefühle, die verzweifeln lassen, aber auch zu heilen vermögen.

Moderation: Jürgen Brôcan

Jacqueline Thör, geb. 1993, wohnt in Recklinghausen. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Journalistik. Ihren Master schloss sie 2016 mit Auszeichnung ab. 2019 erschien ihr Debütroman »Nenn mich einfach Igel« im Elif Verlag. 2022 folgte dann der Gedichtband »obwohl sich eure gesichter fast berühren« in der edition offenes feld, Dortmund.

Monika Littau, geb. 1955 in Dorsten, lebt nach langen Jahren im Ruhrgebiet heute in Bonn und Remagen. Sie war über 20 Jahre im Bildungsbereich, der Kultur und Literaturförderung tätig,zuletzt im Kulturministerium NRW. Seit 2007 arbeitet sie als freie Autorin, schreibt Lyrik, Prosa und Kinderbücher und erhielt für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. Zuletzt erschien 2021 in der edition offenes feld »Manchmal oben Licht«; für die Bearbeitung des Themas erhielt sie den Bonner Literaturpreis 2021.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Gesellschaft für Literatur in Nordrhein-Westfalen und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des LAndes Nordrhein-Westfalen sowie dem Verein für Literatur e.V. Dortmund

Veranstalter: literaturhaus.dortmund, Verein für Literatur Dortmund

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Datum

11. Okt 2022

Uhrzeit

19:30

Preis

Eintritt frei
literaturhaus.dortmund

Ort

literaturhaus.dortmund
Neuer Graben 78, 44139 Dortmund
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