Literatur

Prominente Autoren tagen in Dortmund

Die internationale Schriftstellervereinigung „Das PEN-Zentrum Deutschland“, wird ihre viertägige Jahrestagung in Dortmund abhalten. Vom 27. bis 30. April 2017 sind etwa 200 Autorinnen und Autoren zu Gast in der Stadt.

Kulturdezernent Jörg Stüdemann hatte Dortmund als Austragungsort in Bamberg vorgestellt und viel Zustimmung erhalten. Kooperationspartner ist das Dortmunder Kulturbüro, Haupttagungsort wird das Dortmunder U. Geplant sind aber auch Veranstaltungen im Museum für Kunst und Kulturgeschichte und im Depot. Die Jahrestagungen des PEN sind stets begleitet von einem prominent besetzten literarischen und politischen Begleitprogramm für die Öffentlichkeit.

„Bleib erschütterbar und widersteh“ lautet das Motto der Dortmunder Tagung 2017. Es geht zurück auf Schriftsteller Peter Rühmkorf, der in Dortmund geboren wurde. Die Veranstalter wollen bei der Jahrestagung auch die literarische Tradition der Stadt aufgreifen: Die „Dortmunder Gruppe 61“ mit Autoren wie Max von der Grün, Günter Wallraff oder Josef Reding beschäftigte sich literarisch mit der Arbeitswelt, nach 1970 setzte der „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ diese Aufgabe in zahlreichen „Werkstätten“ u.a. in Dortmund fort. Das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut dokumentiert in Archiv und Bibliothek als einzige Einrichtung im deutschsprachigen Raum den Zusammenhang zwischen Arbeit und Literatur.

Schon jetzt bieten Fritz-Hüser-Institut und Fritz Hüser-Gesellschaft im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern eine Reihe von Gesprächen und Lesungen mit PEN-Autorinnen und -Autoren. Am Dienstag, 21. Februar ist PEN-Präsident Josef Haslinger in Dortmund: Er liest aus seinem Buch „Jáchymov“, erschienen im Herbst 2011. Darin erzählt er eine hierzulande unbekannte Episode aus der Stalin-Zeit in der damaligen CSSR: Es geht um die Geschichte eines Eishockey-Nationalspielers, der wegen politischer Unbotmäßigkeit zu Zwangsarbeit im Uranbergwerk verurteilt wurde und nach vorzeitiger Entlassung an Verstrahlung starb.

Josef Haslinger arbeitete als freiberuflicher Schriftsteller und erlangte mit seinem Roman „Opernball“ in den 1990er Jahren internationale Bekanntheit. Seit 1996 hat er eine Professur für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig inne, dessen Direktor er derzeit ist. Seit 2013 ist er Präsident des PEN-Zentrums Deutschland.

Haslinger wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Körner-Preis und dem Kammweg-Literaturpreis. 2010 war er Mainzer Stadtschreiber.

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im Internationalen PEN vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für „Poets, Essayists, Novelists“. Zum Präsidium des deutschen PEN gehört auch der in Dortmund aktive Schriftsteller Heinrich Peuckmann.