Gemeinsam übersetzen? Buchpremiere
Unsere aktuelle Stadtbeschreiberin Clara Cosima Wolff gestaltet drei Abende hier im Literaturhaus und lädt Gäste zu Lesungen und Gesprächen ein. Dieser letzte Abend nimmt gemeinsames Übersetzen in den Fokus.
Vor zwei Jahren gründeten die Autorinnen und damaligen Mitbewohnerinnen Miaïna Razakamanantsoa und Clara Cosima Wolff das kolleginnen.kollektiv für gemeinsame Übersetzungen. Ihr erstes Vorhaben war die Übersetzung eines Langgedichts aus dem Französischen: „meurs ressuscite“ der Autorin Albane Prouvost (P.O.L., 2015). Hier im Literaturhaus findet nun die Buchpremiere ihrer Übersetzung mit dem Titel „sterben unsterben“ (KLAK Verlag) statt. In dem Buch geht es um veränderte Beziehungen von Mensch und Natur, Obstbäume und Gletscher – mit komischen Sprachumdrehungen, schwindelerregender Grammatik und liebevollen Seltsamkeiten.
Im Gespräch erzählen sie von den Freuden und Herausforderungen des kollektiven Übersetzens und der Besonderheit des Langgedichts, dem sie im Deutschen die Gattungsbezeichnung „Obstpoem“ gegeben haben.
Das kolleginnen.kollektiv ist ein interdisziplinäres Lyrikübersetzungs-Duo, bestehend aus Miaïna Razakamanantsoa und Clara Cosima Wolff. Sie übersetzen aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche, schreiben Lyrikkritiken zu Übersetzungen (lyrikkritik.de) und unterrichten zu kollektiven Übersetzungsformen. In Lesungen, Ausstellungen, Panel Diskussionen und Workshops präsentieren sie ihre Arbeit. Sie kollaborieren mit der Lyrikerin Rachelle Rahmé, ausgewählte Übersetzungen sind in SLOW POETRY IN AMERICA – a poetry quarterly erscheinen (Vol. 20). Ihr Übersezungsdebüt „sterben unsterben“ (meurs ressuscite, Albane Provoust, P.O.L.), für das sie das Bode-Stipendium vom Deutschen Übersetzerfonds erhalten, erscheint im Herbst 2026 im Klak Verlag, Berlin.
Miaïna Razakamanantsoa (*1995 in Genf) schreibt mehrsprachige Lyrik und übersetzt zwischen den Sprachen Deutsch/Französisch/Englisch. Sie ist Teil des Kollektivs Recycler la droite und kolleginnen.kollektiv. Ihr französischsprachiges Lyrik- Debüt Les fables de la femme fontaine erscheint im Oktober 2026 bei Hello Editions. Ihre Texte werden in Anthologien, Zeitschriften, und Radiosendungen in der Schweiz, Deutschland und Kanada publiziert, u.a. in Bad Times Poetry (w_orten & meer), zwischentext, L’Épître, Femlu Mag, Tuerspion, lyrikkritik, und im Podcast du Plan
Méduse. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Bereich Soziologie der Übersetzung untersucht sie in ihrer Dissertation den Verlags- und Marketingsprozess übersetzter Literatur. Ihre übersetzungsbezogene Forschung wird in internationalen Journals veröffentlich, u.a. Authorship. 2026 ist sie Stipendiatin der FLINTA*-Residenz des Cameo Kollektivs Hannover.
Clara Cosima Wolff (*1993 in Hagen) schreibt Lyrik, Essays und Kritiken. Performances mit dem Kollektiv lyrika. Veröffentlichungen u.a. bei Sukultur, Bella Triste, Brache, Sprache im technischen Zeitalter, Ostragehege. Sie studierte Psychologie in Wien und Osnabrück sowie Literarisches Schreiben in Hildesheim und arbeitete im Projekt Poetry in the Digital Age der Uni Hamburg, wo sie ihre Dissertation zu barrieresensibler Lyrik schreibt. Sie gibt Workshops und Seminare in der poetischen Bildung. Ihr Übersetzungs-Debüt „sterben unsterben“ (meurs ressuscite, Albane Prouvost) mit dem kolleginnen.kollektiv erscheint im Herbst 2026 im KLAK Verlag. 2026 ist sie Stadtbeschreiberin in Dortmund und Stipendiatin im Künstlerhaus Edenkoben. 2026 Mitgründung von letzter verlag (letzter-verlag.de). Ihr Lyrikdebüt handreichung ist im Sommer 2026 bei kookbooks erschienen.

