LesArt. | Im Gespräch: Anette Dowideit und Lara Grewe und Dr. med. Umes Arunagirinathan

»Ich bin doch kein Rassist, aber …« und »Stammtischparolen entkräften« und »Grenzen akzeptieren wir nicht!«

Anette Dowideit

»Ich bin doch kein Rassist, aber …«

Migration verändert Gesellschaften. Das schafft Chancen, aber auch neue Konflikte. Manche Zuwanderer bringen Erfahrungen oder Wertvorstellungen mit, die mit den Normen einer liberalen Demokratie kollidieren. Über diese Probleme müssen wir offen sprechen können. Denn nur wer Probleme klar benennt, kann Lösungen finden.
Genau daran scheitert die Debatte in Deutschland häufig. Die einen meiden das Thema aus Angst vor Rassismusvorwürfen. Die anderen überzeichnen Probleme und leiten daraus politische Forderungen ab, die oft weder praktikabel noch mit den Grundrechten vereinbar sind. Dazwischen wächst das Gefühl, über Migration könne nicht mehr offen gesprochen werden – ein Eindruck, der wiederum den Rechten in die Hände spielt.
Das Ergebnis sind verhärtete Fronten, fruchtlose Debatten und eine Gesellschaft, die zunehmend auseinanderdriftet. Dieses Buch ist der Versuch, die notwendige Debatte über Migration wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Anette Dowideit leitet gemeinsam mit Justus von Daniels die Recherche-Redaktion von CORRECTIV. Sie verantwortet neben langfristigen Recherchen unter anderem die Tagespublikation SPOTLIGHT und schreibt dort fast jeden Tag selbst das Thema des Tages – in dem die wichtigsten Themen des Tages eingeordnet werden.
Vor ihrem Wechsel zu CORRECTIV im Jahr 2023 leitete sie das internationale Investigativnetzwerk bei Axel Springer und das Investigativteam der „Welt“. Sie hat aus ihren Recherchen mehrere Sachbücher gemacht, sie als TV-Filme und Podcasts umgesetzt und schon häufig in Talkshows von den Ergebnissen von Recherchen berichtet – und viel Spaß dabei gehabt, mit verantwortlichen Politikern oder Verbandsfunktionären zu diskutieren.

Lara Grewe

»Stammtischparolen entkräften«

„Lügenpresse!“, „Die Regierung treibt Deutschland in den Ruin!“, „Wir werden fremd im eigenen Land!“, populistische Parolen begegnen uns in Familienchats, an Stammtischen, auf Schulhöfen und in den Sozialen Netzwerken. Sie sind kurz, einprägsam und geben einfache Antworten auf komplexe Probleme. Parolen befeuern Unsicherheit und tragen dazu bei, dass sich die Fronten mehr und mehr verhärten.
Doch wie begegnet man Menschen, die Parolen äußern? Wie schafft man es, nicht sprachlos zu sein und an den richtigen Stellen Grenzen zu setzen? CORRECTIV gibt dir das Handwerkszeug, um populistische Muster zu erkennen, souverän darauf zu reagieren – und einzuschätzen, wann sich ein Gespräch lohnt.
Dieses Buch erklärt die Mechanismen von populistischer Rhetorik und Hetze und bietet praktische Tipps für alle, die Parolen nicht das letzte Wort überlassen wollen.

Lara Grewe ist Journalistin und setzt sich besonders für Aufklärung über die tägliche Arbeit im Journalismus und gegen Desinformation ein. Sie hat Digital Journalism studiert, erst im Sauerland, dann den Master in Köln. Seit 3 Jahren ist die bei der Reporterfabrik von CORRECTIV und erarbeitet Themen wie Faktenchecken auf TikTok und journalistisches Arbeiten mit Jugendlichen.
Sie ist seit Januar 2025 Projektleitung des Drittmittelprojekts „Brandherd Desinformation“, das in Kooperation mit der Deutschen Jugendfeuerwehr Jugendliche und Multiplikatoren zum Thema Desinformation und Social Media schult.

Umes Arunagirinathan

»Grenzen akzeptieren wir nicht!«

Über Migration, Heimat und den Wert der Freiheit

Umes Arunagirinathan und Peggy Parnass trennten fünfzig Lebensjahre, die Hautfarbe, das Geschlecht und auch sonst eine ganze Menge. Doch entscheidend ist, was sie verband. Beide erlebten die tiefgreifende Erfahrung von Flucht und Vertreibung. Peggy wurde von ihrer Mutter 1939 auf einem Kindertransport nach Schweden geschickt, um sie vor der NS-Verfolgung zu retten. Umes kam als 13-jähriger unbegleiteter Flüchtling aus Sri Lanka nach Deutschland. Bei beiden verursacht dieses Schicksal viel Leid, aber löst auch den tiefen Wunsch aus, die Welt besser zu machen. Statt zu resignieren, widmen sie ihr Leben dem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Ausbeutung und Diskriminierung. Aus Peggy Parnass‘ zahlreichen Texten und den Begegnungen mit Umes Arunagirinathan ist das Porträt zweier außergewöhnlicher Lebenswege entstanden, das Perspektiven beider Generationen auf zentrale Themen wie Freundschaft, Hass, Mut, Fremdsein und Identität eröffnet.

Dr. med. Umes Arunagirinathan fand nach seiner Flucht aus Sri Lanka eine neue Heimat in Deutschland. Er studierte Medizin in Lübeck, arbeitete als Fach- und Oberarzt für Herzchirurgie in verschiedenen Kliniken in Hamburg, Berlin, Bremen und Halle an der Saale. Mit rund 20 Jahren Krankenhauserfahrung ist er nun in einer Gemeinschaftspraxis in einer kleinen niedersächsischen Landgemeinde tätig. Seine Bücher zu gesellschaftspolitischen und medizinischen Themen sind Bestseller. Er ist beliebter Gast in Talkshows und bei Lesungen.

Weitere Infos: www.lesart.ruhr

Das LesArt.Festival wird veranstaltet von: Kulturbüro der Stadt Dortmund, Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Kultur und Projekte e.V. und literaturhaus.dortmund. Unterstützt von der Sparkasse Dortmund.

Datum
12. Nov. 2026
Uhrzeit
20:00
Preis
VVK 11 | AK 14
Weitere Informationen
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Standort
domicil
domicil
domicil, Hansastraße 7-11, 44137 Dortmund
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